Menschen und Gorillas

Veröffentlicht: 8. März 2012 in Journalismus und Printmedien
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Lead auf der Titelseite des „Tages-Anzeigers“:

34 Jahre alt und 136 Kilo schwer ist die Gorilla-Dame Kamilah, deren Genom ein Forscherteam enträtselt hat. Demnach sind Menschen und Gorillas näher verwandt als bisher angenommen.

Eine zentrale Regel der Stilistik und Syntax: was in Abweichung von der normalen Satzstellung am Satzanfang steht, ist besonders wichtig und wird durch die Anfangsstellung hervorgehoben. Ein Relativsatz dagegen ist syntaktisch (und normalerweise auch inhaltlich) untergeordnet…

Also wichtig: Alter und Gewicht des Gorillas (darauf würde sich demnach auch der Verweis „demnach“ beziehen).

Eher unwichtig: die erfolgte Entschlüsselung des Genoms (denn diese wurde ja in den Relativsatz abgeschoben).

Der Satz ist also wie folgt zu lesen: Aus der Tatsache, dass die Gorilla-Dame Kamilah 34 Jahre alt und 136 Kilo schwer ist, kann gefolgert werden, dass Menschen und Gorillas näher verwandt sind als bisher angenommen. (Logisch, denn es gibt ja auch 34-jährige Menschendamen, die 136 Kilo wiegen.)

Wenn ihr nun meint, diese Aussage sei Schwachsinn: das ist sie natürlich auch. TA, wir bleiben dran.

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