Würdet ihr mir glauben, dass es auch Dummfranzösisch gibt? Ich habe da also ein edel wirkendes Schreiben von der SonntagsZeitung – auf gutem Papier, geradezu vornehm gedruckt – erhalten, in dem ich mit Namen angesprochen werde:

Als Führungskraft sind Sie es gewohnt, Chancen zu erkennen.

Da bin ich bass erstaunt, dass die mich so gut einschätzen können! Jedenfalls wollen sie sich mit diesen Worten derart bei mir einschmeicheln, dass ich einknicke und bei ihnen ein Jahr lang die SonntagsZeitung zum halben Preis abonniere. Damit würde ich mich dann für „journalistische Qualität und wertvolle Einsichten“ entscheiden. Die erste wertvolle Einsicht habe ich schon jetzt gewonnen: ich brauche kein solches Abonnement und spare damit nicht nur die Hälfte, sondern gleich zweimal die Hälfte.

Aber jetzt zum Dummfranzösisch; prätentiös und angeberisch prangt da in schönen goldfarbenen Lettern folgender Spruch:

Il n’y a que deux endroits au monde ou l’on puisse vivre heureux: chez soi et a Paris.

Diese Aktion ist ja wohl so was von nach hinten raus gegangen. Ausgerechnet bei Wörtern, wo die diakritischen Zeichen zur Unterscheidung von anderen Wörtern wichtig sind, werden sie weggelassen… Bravo!

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s