Gestatten, Mungg

Veröffentlicht: 22. April 2012 in Journalismus und Printmedien
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Eben erst spotte ich, dass Abschreiben bei Wikipedia zwar schlechter Journalismus, aber bei 20min quasi Standard sei. Heute finde ich diesen herrlichen Artikel über Murmeltiere, unter welchem unübersehbar prangt:

Quelle: Wikipedia

Heisst: die Autorin hat bestenfalls auch schon mal ein Murmeltier in freier Wildbahn gesehen und hat eigentlich keine grosse Ahnung davon, will aber mit Hilfe von Wikipedia und einer anderen Quelle einen Artikel darüber zusammenstiefeln und sich quasi als Expertin aufspielen. Das ist im Prinzip dasselbe wie das, was die Schülerin da mit ihrem Hip-Hop-Artikel gemacht hat, nur auf etwas höherem Niveau.

Na gut, wenigstens hat sie ihre Quellen deklariert – und was finden wir in unserem Munggenartikel sonst noch Schönes?

Aber es wäre mich doch lieber, Sie würden es uns nicht abziehen.

Wir beherrschen dem Dativ… (Oder ist die Schreiberin aus Berlin?)

An dieser Stelle möchten wir uns einmal bei den Kühen, Rindern und Kälbern, welche unsere Wiesen teilen, herzlich bedanken. Denn ihre Kuhfläden dienen den Pflanzen als Dünger.

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Kühen und Rindern? Hier hätte die Autorin wohl auch besser einmal auf Wikipedia nachgelesen – ein weiterer Beweis dafür, dass sie eigentlich keine Ahnung hat. Und der Plural von „Kuhfladen“ lautet „Kuhfladen“, oh Wunder.

Und was treiben, sie abgesehen von diesem jeweils im Juni stattfindenden Fellwechsel, sonst noch so?

Abenteuerliche Kommasetzung!

Einige Alp-Besitzer schiessen die Tiere auch deshalb, weil sie sich über deren Buddelaktivitäten nerven.

„sich nerven über etw.“ gibt es im Hochdeutschen nicht, auch wenn man es auf 20min noch so oft liest.

Genutzt wird von den Tieren nicht nur das Fleisch, sondern für medizinische Zwecke auch das Fett und das Fell, das zusmamengenäht ein Mantel oder Muff wird.

Das Fell wird auch für medizinische Zwecke genutzt? Abenteuerlicher Buchstabendreher…

Wenn sie sich ganz still und leise verhalten, kommen sie vielleicht ein bisschen in unsere Nähe.

Die Höflichkeitsform wird immer noch gross geschrieben, man glaubt es nicht…

Und wenn Sie nach dem Picknick all Ihre Abfälle mitnehmen könnten, fänden wir Pfeiffer das super.

Wir sind hier nicht bei der „Feuerzangenbowle“, daher bitte nur mit einem f vor und einem nach dem Ei.

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