Todgeburt oder Totgeburt

Veröffentlicht: 9. Oktober 2012 in Journalismus und Printmedien
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„Blick online“ berichtet sprachlich mangelhaft über einen angeblichen grossen Produktionsauftrag von Apple:

Als erstes fällt dieser wunderbar enigmatische Satz auf:

Als Quellen würden aus der Lieferkette stammen.

Dann die folgende Überschrift über einem Absatz:

(K)eine Totgeburten

Vielleicht bemerkt man, dass die Variante mit Weglassung des eingeklammerten Wortteils nicht so ganz funktioniert…

Und weiter geht es mit mangelnder Verbkongruenz:

Neben Amazon besitzt auch Samsung und Google ein solches Tablet mit rund sieben Zoll grossem Display.

… ganz abgesehen davon, dass das Verb „besitzen“ hier unglücklich gewählt ist. Besser wäre „führen“ oder „anbieten“.

Weiter:

Der verstorbene Apple-Gründer Steve Jobs bezeichnete noch 2010 diese Grösse bei Tablets als «Todgeburten».

„Todgeburten“? Vorhin war ja in der zitierten Überschrift noch korrekt von „Totgeburten“ die Rede gewesen…

Sehr holpriges Deutsch, insbesondere auch hinsichtlich der Satzstellung:

Nun scheint man ob der erfolgen bei der Konkurrenz die Meinung bei Apple gewechselt zu haben.

„ob der erfolgen“? Ich hab’s! Das ist derselbe Typ, der jeweils im „20min“-Talkback die Kommentare schreibt! (Im Duden steht: „Präp. mit Genitiv, seltener mit Dativ“. Gut – gehen tut beides, aber man sollte sich dann bitteschön für eines von beiden entscheiden und nicht mischen!)

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