Sibylle und Sybille

Veröffentlicht: 11. Oktober 2012 in Alltagsdialoge, Fremdwörtergebrauch allgemein, Vermischter Schwachsinn
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Manche Leute sind so unglaublich borniert, dass sie selbst von Mitmenschen, die definitiv eine Ahnung haben, keine Korrektur annehmen können, ohne beleidigend zu werden. Dies habe ich rein zufällig auf einer Seite zu Vornamen gefunden; da kommentierte eine Sanna zum Vornamen „Sybille“ (wobei sogar oben in der Beschreibung geschrieben stand, dass „Sibylle“ richtiger wäre!):

Eigentlich ein schöner Name, aber man sollte (wie bei jedem Namen) Informationen über die richtige Schreibweise einholen. Jedem halbwegs humanistisch gebildeten Menschen schmerzen die Augen bei Sybille etc. und für die Kinder ist es peinlich, einen falsch geschriebenen Namen zu haben. Sorry, aber wenn schon, dann Sibylle!

Sanna hat selbstverständlich recht. Der traditionelle Name der entsprechenden Seherinnen in der Antike war „Sibylla“ und daher auch die „Sibyllinischen Bücher“ etc. Nun, ich mache niemandem einen Vorwurf, der im Namen die falsche Schreibweise hat, aber es ist nun mal eine unumstössliche Tatsache, so leid es mir tut.

Warum dann also pikierte Wortmeldungen wie die folgende:

Liebe Sanne, bevor du das nächste Mal diverse Schreibweisen kritisierst, empfehle ich dir einen Duden zu Rate zu ziehen! Denn dann würdest du sehen, dass es nicht DIE Schreibweise gibt, sondern nur eine, die sich zu meinem Bedauern in den Köpfen der breiten Masse durchgesetzt hat!

Genau, im Duden steht nämlich „Sibylle“, während unter „Sybille“ nichts zu finden ist. Und selbst wenn „Sybille“ auch angegeben wäre, wäre noch zu bedenken, dass im Duden viele Dinge stehen, die eigentlich falsch sind, denn fast jede noch so falsche Schreibweise oder Konstruktion muss irgendwann mal im Duden erscheinen, wenn sie sich nur genügend etabliert hat. Falsch ist sie deswegen aber immer noch.

Die Nächste:

Auch wenn das humanistische Auge von Sanna schmerzt, bin ich mit meinem Namen doch sehr zufrieden. Wömöglich bin ich bisher auch keinem gebildeten Menschen begegnet-ist auch schwer als Lehrer- aber ich habe mich für mein y vorne noch nicht entschuldigen müssen. Könnte es sein, dass da jemand die eigenen schlechten Erfahrungen überträgt?

Von wegen Lehrer: Einbildung ist auch eine Bildung. Was soll das Problem mit „eigenen schlechten Erfahrungen“ zu tun haben? Ein Wunder, dass sie nicht mit dem „Neid“-Totschlagargument gekommen ist.

Und noch eine:

Ich stimme dir 100%ig zu. Da wollte jemand aber besonders schlau sein und hat voll daneben gegriffen. Sanna, erst kundig machen und dann melden.

Wieso „voll daneben gegriffen“? Bitte mal zuerst selber kundig machen und dann etwas demütiger werden!

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Kommentare
  1. Rea G. sagt:

    Also mir ist es gleich, ob sich ein Name mit i oder y schreibt, denn ich schaue den Menschen in die Augen und nicht auf die Buchstaben!

  2. ursula sagt:

    du schlampe! wen sie den namen so will dan las sie doch du dume moberin

    • Danke, Ursula-Kjetil, für den Lacher des Tages! Aber erstens sollte jemand, der in einer kurzen Mitteilung von fünfzehn Wörtern zwölf Fehler macht, den Ball generell mal flach halten. Zweitens würde ich mir an Deiner Stelle meinen Blogeintrag nochmals ganz genau durchlesen und dann nochmals überlegen, ob es angebracht ist, so rumzupöbeln. Textverständnis?! Drittens ist Mobbing ganz was anderes und schreibt sich überhaupt mit zwei b.

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