Lose Gedanken zu Oprah

Veröffentlicht: 10. August 2013 in Vermischter Schwachsinn

An dieser Stelle heute ausnahmsweise nicht eine Diskussion von Fehlern, sondern nur ein paar lose aneinandergereihte Gedanken zur unsäglichen Diskussion, die Oprah da losgetreten hat.

1) Wenn wir auf unserer Welt keine grösseren Probleme mehr haben, als dass irgendwem irgendeine Handtasche nicht verkauft wurde – aus welchen Gründen auch immer -, dann geht es uns aber definitiv viel zu gut.

2) Warum tritt die Frau die Diskussion erst rund drei Wochen, nachdem sich der Vorfall ereignet haben soll, los? Kann man sich drei Wochen danach noch an den genauen Wortlaut eines solchen Verkaufsgesprächs erinnern? (Ich nicht!)

3) „Der Skandal ist nicht, dass jemandem eine Handtasche nicht gezeigt wurde, sondern dass einer Schwarzen eine Handtasche nicht gezeigt wurde.“ – Ach ja? Und warum genau? Konsequent weitergedacht, folgt daraus, dass man einer Schwarzen letztlich nie irgendetwas abschlagen kann, weil dies ja immer Rassismus wäre. Das ist aber dann umgekehrter Rassismus. Wenn man einen Weissen also nicht bedient, weil er zum Beispiel etwas nachlässig gekleidet ist, ist dies dann grundsätzlich OK.

4) Was war genau mit dem Vorfall im Hermès in Paris, als Oprah 15 Minuten nach Ladenschluss (!) nicht mehr ins Geschäft eingelassen wurde und in der Folge den Angestellten Rassismus vorwarf? Also ehrlich: mir kommt dieses Verhalten eher wie das Aufbegehren eines verwöhnten Kleinkindes vor, dem man einmal einen Wunsch nicht erfüllt. Wie simpel ist es dann, gleich die Rassismuskeule zu schwingen!

5) „Sie ergänzte leicht säuerlich, in der Schweiz werde ihre Show wohl nicht ausgestrahlt.“ – Dann ist die Dame ganz einfach betupft, weil man sie nicht erkannt hat. Immer schön auf dem Boden bleiben, Madame! Gottlob funktioniert die Welt nicht überall so, dass man, sobald man nur genug berühmt ist, einfach alles darf. Bloss weil man in den USA einflussreich ist (dort ist sie sicherlich enorm einflussreich, das gestehe ich ihr zu), gilt dies nicht automatisch für die ganze Welt. (Auch beim Pariser Vorfall hiess es, dass das Personal Oprah wohl nicht erkannt habe – warum erstaunt es mich überhaupt nicht, dass das Muster der beiden Vorfälle in auffälliger Weise übereinstimmt?)

6) Das Entsetzen von Tourismus Schweiz puncto riesigem Imageschaden ist völlig übertrieben und unnötig. In der heutigen schnelllebigen Zeit weiss das in einem Monat schon kein Mensch mehr. Ausserdem: sind nach Oprahs Hermès-Skandal etwa weniger Leute nach Paris gereist? Na also, geht doch.

Der ganze Rest, wer in diesem Verkaufsgespräch was warum gesagt oder verstanden hat oder haben könnte, ist mir schnurzpiepegal. Das ist alles Kinderkram, nein, besser: Kleinkinderkram, erwachsener Menschen nicht würdig.

PS. Oprah soll doch froh sein, dass ihr diese Handtasche erspart blieb – das passt ohnehin besser zu ihrem Engagement für die PETA und der damit verbundenen Ernennung zur „Person of the year“ durch die PETA im Jahre 2008. Es handelte sich nämlich um eine 30’000-fränkige Tasche aus Krokodilleder. Wer braucht sowas?

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