Leiden

Veröffentlicht: 26. August 2013 in Journalismus und Printmedien
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Es ist schon erstaunlich, woran man heute so leiden kann. „Blick“ schreibt:

FDP-Chef Müller leidet an Segelschiff-Unfall.

Es ist ja wirklich nicht ganz einfach, den richtigen Gebrauch von „leiden“ zu definieren. Mit einem einigermassen ausgeprägten stilistischen Sensorium bemerkt man die falsche Verwendung aber sofort. Üblicherweise bezeichnet „leiden an etw.“ eine Krankheit, von der jemand betroffen ist. „Leiden unter etw.“ wird hingegen verwendet, um zum Ausdruck zu bringen, dass etwas jemandem Mühe bereitet.

Wer an Akne leidet, kann, muss aber nicht darunter leiden.

Unter Mobbing kann man leiden, an Mobbing jedoch nicht.

Ja, und was hätte nun der „Blick“ richtigerweise schreiben sollen? Ich würde meinen: „FDP-Chef Müller leidet nach Segelschiff-Unfall.“ (Der Unfall geschah bereits 2006, es handelt sich um Spätfolgen dieses Unfalls.)

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