Mund vs. Muul

Veröffentlicht: 6. November 2013 in Marketing und Werbung
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Ausgerechnet bei Coop, der unlängst mit dem missglückten Grill-Slogan „Das chame grille“ auffiel, ist in den Läden gegenwärtig eine Werbedurchsage zu Mundwassern zu hören, die vermeintlich in Dialekt gehalten ist:

Mit Zääbutze pfläged Si iire Mund nur halb.

Weiter wird in der Durchsage noch mehrere Male das Wort „Mund“ verwendet. Wahrscheinlich meint Coop aus mir unerfindlichen Gründen, dass „Muul“ stilistisch zweifelhaft und daher zu meiden sei.

In der Standardsprache wird „Maul“ üblicherweise beim Tier gesagt („Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul.“), beim Menschen nur umgangssprachlich oder pejorativ. Das gilt aber in der Schweiz nicht. In den als typisch empfundenen Schweizer Dialekten heisst es stets „Muul“ (respektive lautliche Varianten davon) – mir ist „Mund“ im Dialekt wirklich noch nie begegnet. Nicht einmal der Zahnarzt sagt in der Schweiz: „Jetz wämmer emal in iire Mund ineluege.“

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Kommentare
  1. Renzo sagt:

    redet mir dänn muulart oder mundart und git eus dä zahnarzt muulwasser? 🙂

    • Guter Versuch, aber „Mundart“ und „Mundwasser“ sind eben auch Komposita, die in der Mundart eigentlich gar nicht existieren. Beide Wörter sind Neologismen (Mundart etwas älter, Mundwasser relativ jung), die aus der Standardsprache sekundär in den Dialekt übernommen wurden. Erst recht ändert das nichts daran, dass für das Simplex „Mund“ in den alemannischen Dialekten der Schweiz nur „Muul“ verwendet wird.

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