Archiv für die Kategorie ‘Der Landanzeiger’

Wie so oft reichlich unscharfe Denk- und Ausdrucksweise beim „Landanzeiger“:

Es liegt auf der Hand, dass man mit 400 Gramm Gehacktem, die über den Ladentisch gehen, keinen Fleischverkauf aufrechterhalten kann.

Naja, ich würde sagen, es kommt darauf an: wenn ich zum Beispiel alle 5 Minuten 400 g Gehacktes verkaufen kann, kann ich sogar sehr gut den Fleischverkauf aufrechterhalten, denn das wären bei einer Ladenöffnungszeit von beispielsweise zehn Stunden immerhin 48 kg Gehacktes täglich, über 1 Tonne monatlich. Wenn ich aber in einem Monat nur 400 g Gehacktes verkaufe und sonst nichts, dann, ja dann ist es um die Zukunft meines Geschäftes in der Tat eher düster bestellt.

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In Kleinanzeigenmärkten kann man manchmal auch ins Grübeln geraten.

Da heisst es im „Landanzeiger“ zum Beispiel:

Wer hilft mir bei einer Überbauung? (9 EFH) Angebote an Chiffre (…) an den Verlag.

Wie können wir helfen? Beim Ausheben der Baugrube? Beim Küchenmontieren? Etwas spezifischer dürfte man vielleicht schon werden…

Oder ein anderes, sehr interessantes Inserat:

Ich bin körperlich nicht ganz auf der Höhe, möchte mich zur Ruhe setzen, bin aber noch nicht 65. Deshalb suche ich einen verständnisvollen Arzt der mir zur IV verhilft. Ein gutes Trinkgeld ist dir gewiss. Angebote unter Chiffre (…) an den Verlag.

Warum sucht der Mann auf diesem Weg einen Arzt, der ihm zur IV verhilft, warum muss er dem Arzt ein Schmiergeld geben? Wenn er wirkliche körperliche Beschwerden hätte, könnte er ja zu jedem beliebigen Arzt gehen, der ihm ohne Probleme nach den entsprechenden Untersuchungen und Abklärungen die Invalidität bescheinigen würde. Fazit: eigentlich unglaublich frech!

Mit der Märchenfigur Rotkäppchen wirbt der Kabelnetz-Anbieter ziknet für seine Dienste. Der Landanzeiger berichtet:

Weil das Angebot so märchenhaft und günstig ist, sei auch Rotkäppchen nicht mehr darauf angewiesen, lange Wege zu gehen. Sie besucht heute offenbar Ihre Grossmutter nicht mehr zu Fuss.

Meine Grossmutter?

Die gesparte Zeit für lange Wege nutzt Rotkäppchen heute für anderes. Zum Beispiel für Ihre Kunden.

Für meine Kunden?

Die elektronischen Dienstleistungen der Anbieter zur Kommunikation und Fernsehen, sind einem ständigen Wandel unterzogen.

„Unterzogen“? Was ist mit dem Komma?

Die digitale Telefonie und das gestochenscharfe Bild (…) runden ein Dienstleistungspaket ab, welches das Angebot von anderen Anbietern weit überlegen sei.

Dativ?

Weitere Informationen zum erhalten Sie am Kundendienstschalter in Suhr.

„Zum“?

Akkordeonklänge

Veröffentlicht: 21. November 2010 in Der Landanzeiger, Journalismus und Printmedien

Der Landanzeiger berichtet über ein Akkordeonkonzert, welches in der Turnhalle Dorf in Oberentfelden über die Bühne gegangen ist:

Van Halens „Jump“, „Go West“, „Pet Shop Boys“, „Gilbert o Sullivan-Hits“, gehören (…) nicht zu den traditionellen Akkordeonstücken.

Kann es sein, dass der Schreiberling nicht sehr viel von Popmusik versteht? Ich wusste gar nicht, dass alle diese Lieder von Van Halen sind. Anders ausgedrückt: Pet Shop Boys sind eine Band, nicht ein Song, und beim letzten ist mir nicht klar, ob Gilbert O’Sullivan gemeint ist oder Gilbert & Sullivan…

Von gequält wimmernden Klängen über stampfende Bässe bis hin zu kreischenden Soli.

DAS hingegen hätte ich gerne gehört. Kreischende Soli auf dem Akkordeon?

Schöne Komma-Verwirrung:

Bei den Fernsehern, brillieren die Geräte von Loewe, mit ihrem stilvollen, zeitlosen Design und einem sehr guten Ton.

Immer wieder hörten die Gäste in der Turnhalle Moosleerau, den vom richtigen SBB Bahnhof bekannten Gong.

Der Geräuschpegel in der bis zum letzten Platz gefüllten Turnhalle, nahm beim Reigen des Gym und Getu einen nochmals ganz anderen Level an.

Nebenbei: der Geräuschpegel nahm (…) einen ganz anderen Level an? Ist Pegel und Level nicht ungefähr dasselbe?

Zur Tombola folgt auch noch ein sehr logischer Text:

Nicht wenige fragten sich, wie sie die zum Teil recht sperrigen Preise nach Hause schleppen sollen. Ein Besuch der Western Bar oder des Bierkellers nach den Vorstellungen brachte vielleicht die Lösung des Problems.

Weil sie sich dann dort die Kante geben, bis sie am Ende ganz vergessen, dass sie einen sperrigen Preis gewonnen haben? Oder wie soll ich die „Lösung des Problems“ verstehen?

Grosse Feuerwehrübung in Bottenwil:

Urs Ernst als Freiwilliger ausgewählt, hatte das Vergnügen die Nummer 118 anzurufen und einen Brand zu melden.

Als Freiwilliger ausgewählt?! Wieso ist es ein Vergnügen, die Nummer 118 anzurufen und einen Brand zu melden? Seltsame Ironie in diesem Kontext…

Der Blumenladen:

Dies gelingt einerseits mit (…) dem sagenhaften Charme des Ladenlokals, der sich sofort beim Betreten der Kundschaft offenbart.

Die Kundschaft wird betreten?!

Zur Ausstellung des Pilzvereins Schöftland und Umgebung:

Bildlegende: Schön gestaltet und Lehrreich die Pilzausstellung

Er (…) weiss, dass einem ein Knollenblätter Pilz ohne weiteres das Leben kosten kann. Andere wiederum gelten als absoluten Gaumenschmaus. Dass Pilze sammeln auch anderweitig gefährlich sein kann, musste Lüscher an zwei Krücken gehend schmerzlich erfahren. Ganz einfach ausgerutsch und einen Fehltritt gemacht erklärte er sein Malheuer.

Wer findet alle Lapsus  (alles sic!)? Wahnsinn!

Ich musste diese Stelle aus dem Landanzeiger einfach nochmals separat posten, damit sie nicht untergeht – einer der schärfsten Landanzeiger-Fehler seit eh und je.

Sehr gross war das Altersspektrum, das dem 76 Personen zählenden Feuerwehrkorps des Erzbachtales beiwohnte. (schaut mal im Duden, was „jemandem beiwohnen“ bedeutet, wenn ihr es nicht wisst…)

Eine kleine Blütenlese aus dem Landanzeiger vom 4.11.2010, notabene alles aus einer Ausgabe dieses Blattes, auch wenn es kaum zu glauben ist! Sämtliche Fehler sic! Alles lesen, es lohnt sich!

Der Landanzeiger beherrscht der Akkusativ:

Lüthy produziert zu 100 Prozent Schweizer Whisky, und zwar solcher, der auch international Anerkennung findet.

Der Zweck hat diese Messe auf jeden Fall erfüllt.

Kommatöses Schreiben:

Als Höhepunkt darf sicher der Auftritt im AdvEntfelden gewertet werden, wo nach dem Konzert, der Gewinn dieses Projektes, ein Check im Wert von 3500.–, an den Jugendtreff Jet von Oberentfelden, überreicht werden konnte. (Bitte bremsen, es ist nicht nötig, nach JEDEM Satzglied ein Komma zu setzen…)

Sicher wird Sie das ganz spezielle, eigens kreierte, Kerzenständersortiment ansprechen. Die Variations-Vielfalt, der in eigener Werkstatt handgefertigten Metall-Kerzenhalter, lässt keine Wünsche offen. Zur Ausstellung sind auch die neuen Programme für die „Workshopkurse“ im Dezember bei „à la maison“, erhältlich. (Was ist genau der Unterschied zwischen Workshopkursen und Workshops?)

Ausnahmsweise genau das Gegenteil vom kommatösen Schreiben: Dies alles dauert bis gegen 22:00 Uhr dann heisst es für alle die im Einsatz sind, putzen.

Tipp-/Satzfehler allgemein:

Am Freiteamorgen früh verunfallte beim neuen Kreisverkehr (…) ein Traktorfahrer.

So blieb dem Traktorfahrer nichts übrig, als sein Gefährt gerade aus auf die angrenzene Baustelle zu steuern.

Kongruenzprobleme:

Auf dem Bauschutt (…) kam der Traktor und der beladene Anhänger dann zum Stillstand.

Genau dieser Zusammenhalt machen erfolgreiche Vereine aus.

(…) zog die Messe nicht die breite Massen an.

Dank den vielen Referaten sucht sie (sc. die Messe) seinesgleichen in der Region vergeblich.

Anakoluth-Festival:

Die Behinderungen im morgendlichen Berufsverkehr hielten sich in Grenzen, wurde die Verkehrsführung einseitig gewährleistet.

Es gab einige Züchter, welche noch nie dort oben waren und bestaunten diesen herrlichen Ort in Uerkheim.

Unglaublicher Nonsense:

Der Karate Club Schöftland gratuliert Thomas Köbeli aus Pfaffnau zum 1. Dan (bis hier alles im grünen Bereich, jetzt aufgepasst:) und Gervalla Adhurim aus Telli Aarau 2 Braun gürtel 2 Kyu bestandene Prüfung.

Mit dem Logo: „Familien singen gemeinsam für einen guten Zweck“ (das ist wenn schon ein Motto, kein Logo), hat sich „The singing Endfield“ in Entfelden und Umgebung, Dank Unterstützung der reformierten Landeskirche von Oberentfelden, einen Namen geschaffen. (Das finde ich sowieso immer toll, wenn deutsche Orts- und Personennamen 1:1 ins Englische übersetzt werden, im Bestreben, cool zu sein, und dann noch meist volksetymologisch. Es gibt zum Beispiel auch einen DJ Smokestone, der bürgerlich Rauchenstein heisst; Rauchenstein hat aber etymologisch mit Rauch nichts zu tun, sondern mit „rauh“, also wenn schon „DJ Roughstone“…)

Im geheizten Gartenhaus wurde zum Mittagessen Fleischkäse und Bratwürste von Kaninchen serviert. (Wie haben sie wohl diese Kaninchen dressiert? – gemeint ist natürlich Bratwürste aus Kaninchenfleisch. Nebenbei gesagt, diese Kaninchenzüchter sind mir schon ein bisschen suspekt, da besichtigen sie schöne Chinchilla-Kaninchen, diskutieren eifrig über Körperbau, Haarlänge, Ohren und Farben, und zum Zmittag verspeisen sie selbige Kaninchen dann gleich in Form von Bratwürsten. [ich esse sonst auch Kaninchenfleisch, aber hier hat es einen etwas merkwürdigen Beigeschmack…])

Unter dem Begriff „Jazz“ verstehen viele Menschen Diexieland (Aua!), die meistbekannte Art dieses Genres, zu der man sich fast zwanghaft im Rhythmus mitbewegt. Mitwackeln, eher mitschwelgen konnte man zwar an diesem Abend in Oberentfelden auch, aber zu Jazz-Standards der allerfeinsten Sorte. Dazu gehört Blues genauso wie Rock. (Rock gehört zu Jazz-Standards? Sehr interessante, grosszügige Auslegung des Begriffs „Jazz-Standard“…)

Gewaltige Orgie muss das gewesen sein: Sehr gross war das Altersspektrum, das dem 76 Personen zählenden Feuerwehrkorps des Erzbachtales beiwohnte. (schaut mal im Duden, was „jemandem beiwohnen“ bedeutet, wenn ihr es nicht wisst…)

(…) begleitet von einem ausgewählten Gastrokoch. (was ist genau der Unterschied zwischen einem normalen Koch und einem Gastrokoch?)

(…) lassen mit ihren Gesprächen, Diskussionen und freudigen Wiedersehenbezeugungen, ein lustiges Wirrwarr an Klängen und Tönen entstehen. (was ist der Unterschied zwischen Gesprächen und Diskussionen, zwischen Klängen und Tönen? Tolle Wortschöpfung: Wiedersehenbezeugungen…)

Fremdwörterhorror:

Minerige und Minergie-P-Standards standen denn auch im Mittelpunkt des Interessens.

Es geht wohl nicht mehr sehr lange, bis die Häuser nach Energieefizienzetikette gehandelt werden (analog der Autos). (sehr kreativ, „analog“ mit Genitiv!)

Zu Tausenden strömten die Gäste (…) in der Suhrentaler Metropole ein. (Jetzt haben die Leute vom Landanzeiger endgültig den Verstand verloren, Schöftland wird schon als Metropole bezeichnet! „Aufstrebende Zentrumsgemeinde im mittleren Suhrental“ war auch schon scharf, aber „Metropole“ schlägt dem Fass den Boden aus!)

Bauernolympiade

Veröffentlicht: 7. Oktober 2010 in Der Landanzeiger, Journalismus und Printmedien

Funde aus dem Landanzeiger:

Daneben spuckte die Mohrenkopfmaschine laufend die mit einem Ball erspielten Mohrenköpfe den Bewohnern im hohem Bogen zu und wurden allesamt sofort vertilgt.

Herrlicher Anakoluth!

Mittlerweile erfüllte der Duft der von den Lionsclub-Mitgliedern frisch gegrillten Würsten die Luft, die sich die Teilnehmenden zusammen mit verschiedenen Salaten schmecken liessen.

Da sagt man immer, von Luft und Liebe könne man nicht leben, von Luft und Salaten jedoch offenbar schon… Nur – wozu grillen die extra Würste, wenn sie sich nachher doch nur die Luft schmecken lassen?

Ihre Fischgerichte sind weit übers Tal hinaus bekannt und nicht wenige warten darauf, dass es auch in diesem Jahr wieder irgendwo Hudlas Fische geniessen zu können.

Satzkonstruktion!?

Kunst und Genuss zusammen bilden doch logischerweise doppelten Genuss.

Allerdings, sehr logisch.

Das ESF 2010 geht wohl als „heissestes“ Eidgenössisches in die Analen ein.

Ui, ui, da hat der Schreiber aber hart danebengegriffen! (Oder waren dafür die frisch gegrillten Würste gedacht?)

Zuletzt: das „Institut für systemische Lösungen“ in Aarau belehrt uns freundlicherweise:

Durch das Zusammenleben von Mensch und Tier entsteht nicht nur eine Lebensgemeinschaft, sondern auch eine Themenverbundenheit. Wann immer sich Ihr Tier im Verhalten von anderen Artgenossen differenziert, so dass es Sie oder Ihr „Vierbeiner“ belastet (Kasus sic!), dann hat das nicht selten den Ursprung in einer sogenannten Themenverstrickung.

Aha, Verhaltensstörungen nennt man neuerdings „sich von anderen Artgenossen im Verhalten differenzieren“ – da haben wir doch wieder etwas dazugelernt.

Visionäres Schreiben

Veröffentlicht: 28. September 2010 in Der Landanzeiger, Journalismus und Printmedien

Für den folgenden Missbrauch der deutschen Sprache gehört ein nicht genannt sein wollender dipl. Arch. TS, virtuell geteert und gefedert. Nicht weiter erstaunlich ist hingegen, dass der Landanzeiger das Machwerk unkorrigiert weiterverbreitet.

In meiner langjährigen Arbeit als Architekt habe ich immer wieder erlebt wie vieles geplant wurde, dass sich aus dem Trend und dem was andere gut finden ausgeführt wurde. (…) Mein Anliegen ist, dies wieder zu fördern und über die eigene Vorstellung zu prüfen ob dies übereinstimmt. (…)

Farben Formen die uns ansprechen wieder neu entdecken Farbkreis kurze Theorie. (Ist diese Schreibweise des Architekten Ernst?)

Das Ziel ist wieder auf das zu vertrauen was wir wirklich fühlen um unsere Umgebung neu zu gestallten (sic!). Aus dieser Wahrnehmung heraus bringen wir uns wieder in Kontakt mit uns Selbst. Das fühlt sich immer sehr viel stimmiger an als fremdbestimmt zu sein. Alles was wir schon gehört und gesehen haben unterliegt vielmals einem Trend der nicht individuell sondern für die Masse ausgelegt ist. (…) Da wir in jedem Moment unsere Umgebung unmittelbar wahrnehmen, werden wir erkennen, über welche Sinne dies geschieht dabei entstehen Gefühle die uns eine klare Rückmeldung geben.

Schlicht unglaubliche Kommasetzung (allgemein)!