Archiv für die Kategorie ‘Kundenservice’

Paypal

Veröffentlicht: 1. November 2012 in Kundenservice
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Der Internetbezahldienst Paypal schreibt in einer gewöhnlichen Mitteilung über die erfolgreiche Verbuchung einer Einzahlung:

Viel Einkaufsspaß mit sichererereren Zahlungen wünscht PayPal!

Wollen die mir damit mitteilen, dass die Zahlungen sicherer als sicherer sind? (Eigentlich sollte man „sicher“ gar nicht steigern können, wenn etwas sicher ist, ist es sicher – hoffentlich!)

McDonald’s schlägt uns auf der Kassenquittung vor:

Ihre Kinder Geburtstags Party können sie (sic!) gerne bei uns feiern.

Schon mal etwas davon gehört, dass es im Deutschen das Prinzip der Komposition gibt? Warum schreibt McDonald’s dann auf der Quittung nicht konsequenterweise auch „Auto Bahn Rast Stätte“? Banausen!

Nicht ausschliessend

Veröffentlicht: 28. Mai 2012 in Kundenservice

McDonald’s schreibt in der Deklaration von möglichen Allergenen in ihren Produkten:

Die Aufstellung der Allergene ist nicht ausschliessend.

Was soll das genau bedeuten? (Es muss heissen „nicht abschliessend“!)

Einen Beitrag geleistet

Veröffentlicht: 13. Dezember 2011 in Kundenservice

Nicht zuletzt auch bei meiner Krankenversicherung wird den Akkusativ richtig verwendet:

Aus der obligatorischen Krankenpflegeversicherung wurde (…) Erwachsenen alle 5 Jahre einen Beitrag an Gläser/Kontaktlinsen geleistet.

Passend dazu auch noch die Werbung für das Millionenlos im „Blick am Abend“:

Hoffentlich finden Sie auf dem Millionenlos einen Pandabären – dieses Symbol beschert Ihnen ein Mini Cooper Countryman.

 

Die neue Sicherheitsliste

Veröffentlicht: 15. August 2011 in Kundenservice

Mein Onlinebanking (Kantonalbank) empfängt mich mit den folgenden Worten:

Sie haben alle Positionen Ihrer alten Sicherheitsliste aufgebraucht. Bitte verwenden Sie nun die Neue.

Seufz… Nicht einmal mehr meine Bank kann fehlerfrei schreiben…

Welche Nuss eigentlich jeweils im Vollsuff diese Aktions-Stellplakate für Coop (immerhin zweitgrösster Lebensmittel-Grossverteiler der Schweiz) erstellt, möchten wir auch schon lange mal wissen.

Auch schon gab es dort Bohnen aus Egipten zu kaufen.

Dagegen nimmt sich das Mövenpick-Eis mit Rasberry-Geschmack noch harmlos aus.

Der Hammer hingegen ist:

Stacciattela

Das wären dann also drei Fehler in einem einzigen Wort.

Aua

Veröffentlicht: 22. Juni 2011 in Kundenservice

Das tut schon weh, wie sich meine Krankenversicherung um Grammatik foutiert:

Die Leistungsabrechnung erhalten Sie per Post zugestellt, bevor wird Ihnen diese nach 30 Tage direkt Ihrem Konto belasten.

(Mit diesem Standardschreiben werden alle LSV-Kunden darüber informiert, dass ab sofort auch die Leistungsabrechnungen per LSV eingezogen werden können.)

Unter all den Spammails, die man ständig bekommt, ist dies noch ein relativ harmloses, lustig fanden wir es trotzdem…

Sie persönlich haben das Glück ein Nokia X6
Entertaiment
(sic) Handy kostenlos zu bekommen!!!

Na, ob das so ein Glück ist, ich weiss nicht… Und könnte ich auch unpersönlich dieses Glück haben?
Und ich darf wieder mal zitieren:

‚Multiple exclamation marks are a sure sign of a diseased mind.‘ (Terry Pratchett, Eric)

Unter 100.000 Teilnehmer (sic) wurden Sie ausgewählt,
dieses Handy ohne weitere Kosten Gratis
(sic) zu erhalten.

Also, wenn da ausdrücklich steht „ohne weitere Kosten“, dann ist das garantiert schon mal eine blanke Lüge. Trotzdem würde mich mal interessieren, was da passieren würde, wenn man dem angegebenen Link tatsächlich folgen würde.

Taxi-Misere

Veröffentlicht: 11. Juli 2010 in Alltagsdialoge, Kundenservice

Wieder mal was Kleines zur „Servicewüste Schweiz“. Unser Dummdeutsch-Redaktor will von zuhause aus ein Taxi auf  einen bestimmten, späteren Zeitpunkt reservieren, ruft also ein in Einsiedeln ansässiges Taxiunternehmen an:
(Stimme des Taxiunternehmers brabbelt gänzlich unverständlich)
„Grüezi, ich brauche heute um 16:20 Uhr ein Taxi am Klosterplatz.“
(Männerstimme mit starkem Balkanakzent) „Vo wo bis wo? Wo bisch du? Im Einsiedle?“
(Super, der duzt mich einfach.)
„Nein, jetzt bin ich noch zuhause. Bitte holen Sie mich am Klosterplatz ab, aber Sie müssen mit dem Auto auf den Platz fahren und gleich vor der Gymnasiumspforte halten.“
„Jaja, OK. Also 16:15.“

Ich habe so meine Zweifel, ob er die Ausführungen wirklich verstanden hat, aber wenigstens „Klosterplatz“ sollte klar sein. Das wäre schliesslich, wie wenn man einem Berner Taxifahrer „Bundeshaus“ sagen würde, oder einem Zürcher „Universität“. Und dann würde ich ihn ja sehen und ihn herbeiwinken können.

Jedenfalls – zur angegebenen Zeit KEIN Taxi – ich warte brav eine Viertelstunde, bis ich schliesslich entnervt einem anderen Taxiunternehmer anrufe.

Der Hammer, was ich erst viel später erfahre: der erste Taxifahrer hat mich anscheinend gesucht! Denn bei mir zuhause ist ein Anruf eingegangen: „Taxi jetzt da, wo bisch du?“ – Nützt schaurig viel, wenn er bei mir zuhause anruft, während ich am Klosterplatz auf das Taxi warte (anhand der Telefonnummer sieht er ja, dass ich eine gute halbe Autostunde entfernt von Einsiedeln wohne…) – Ich war hundertprozentig zur angegebenen Zeit da und habe gewartet, und es gibt nur eine Stelle, an der man überhaupt auf den Klosterplatz rauffahren kann – und dann wäre er automatisch zur Gymnasiumspforte gelangt. Da war weit und breit kein Taxi, das hätte ich gesehen. Fazit: ein in Einsiedeln ansässiges Taxiunternehmen schafft es nicht, einen Fahrgast am Klosterplatz aufzuladen. Klasse!

Ein ganz normaler, unschuldiger Webseitenbetreiber bekommt eines Tages von seinem Provider folgende Email zugestellt:

„Zur kontinuierlichen Optimierung der Sicherheit der einzelnen
Web-Praesenzen werden wir Webseiten ohne nachtraeglich
beantragte Aenderungen an der Standard PHP-Konfiguration
auf FastCGI umstellen. FastCGI erlaubt die PHP-Ausfuehrung
als FTP-Benutzer, was die effektivere Isolierung der Accounts
in einer Shared Hosting Umgebung erlaubt und die unsichere
Rechtevergabe einzelner Ordner/Dateien ueberfluessig macht.

Nachfolgend erhalten Sie weitere Details zu den geplanten Arbeiten:

Datum …: 04.01.2010
Zeit ….: ab 22:00
Server ..: summer.hostorama.com

Bestehende Accounts, welche in Vergangenheit Anpassungen an
Funktionen wie allow_url_fopen oder register_globals vornahmen,
sind von dieser Umstellung nicht tangiert, da wir mit FastCGI
keine Aenderungen an der Standard PHP-Konfiguration
erlauben. Allerdings empfehlen wir auch in diesen Faellen
die manuelle Umstellung auf FastCGI.“

Natürlich habe ich kein Wort davon verstanden und mich an einen Freund gewendet, der in diesem Metier arbeitet. Sein Statement: „Customer Care, wie es nicht sein sollte. Fachchinesisch, allerhöchstens für Web-Application-Entwickler interessant – für die hingegen wiederum zu wenig Details… Ausserdem tangiert die Änderung die Funktionalität des Webservers wirklich nicht, der User wird völlig überflüssig verunsichert.“ Und das rechtfertigt bereits den Einbezug in den Dummdeutsch-Blog.